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Die Filme des 35. Kinofest Lünen nach Sektionen

Eröffnungsveranstaltung

Ehrenpreis für das Lebenswerk NIKE für Hape Kerkeling

Montag, 01.06.2026, Heinz-Hilpert-Theater,
Empfang 18.30 Uhr, Beginn: 19:30 Uhr

Pressefoto von Hape Kerkeling

Hape Kerkeling erhält für seine herausragenden Leistungen die mit 15.000 Euro dotierte „Nike“, den Ehrenpreis für das Lebenswerk des Kinofest Lünen.

Seit mehr als drei Jahrzehnten zählt Hape Kerkeling zu den prägenden Figuren der deutschen Unterhaltungslandschaft. Als Comedian, Moderator, Schauspieler, Autor und Parodist steht er für eine seltene künstlerische Vielseitigkeit und große Publikumsnähe. Nach frühen Rundfunkarbeiten gelang ihm Mitte der 1980er Jahre mit Formaten wie „Känguru“ und „Total Normal“ der Durchbruch. Kultfiguren wie Horst Schlämmer oder Königin Beatrix stehen exemplarisch für seinen feinsinnigen, oft medienkritischen Humor.

Auch im Film setzte Kerkeling markante Akzente, etwa mit „Kein Pardon“ (1993), „Club Las Piranjas“ (1995) oder zuletzt in „Extrawurst“ (2026), während er als Synchronsprecher internationalen Produktionen wie „Kung Fu Panda“ und „Die Eiskönigin“ seine unverwechselbare Stimme lieh. Mit „Ich bin dann mal weg“ gelang ihm zudem ein literarischer Bestseller von außergewöhnlicher Reichweite. Dieses Buch wie auch seine Autobiografie „Der Junge muss an die frische Luft“ wurden erfolgreich verfilmt. Für sein Werk, das Komik und Melancholie mit großer Selbstverständlichkeit verbindet, sowie für sein soziales Engagement erhielt Hape Kerkeling zahlreiche Preise.

Anlässlich der Auszeichnung mit dem Ehrenpreis für das Lebenswerk eröffnet das Kinofest mit seinem aktuellsten Film „Horst Schlämmer sucht das Glück“.

Montag, 01.06., Heinz-Hilpert-Theater, 19.30 Uhr

Spielfilm, DEU 2026, 93 Min.

© Leonine Studios

Horst Schlämmer ist zurück. Der stellvertretende Chefredakteur des Grevenbroicher Tagblatts macht sich auf eine Reise durch Deutschland, weil er herausfinden will, was die Menschen heute eigentlich noch glücklich macht. Zwischen skurrilen Begegnungen, Straßeninterviews und den gewohnt grenzwertigen Selbstgewissheiten seiner Kunstfigur wird daraus eine Komödie, die ihre Pointen aus Reibung, Peinlichkeit und genauer Alltagsbeobachtung gewinnt. Hape Kerkeling führt Horst Schlämmer noch einmal mitten hinein in ein Land zwischen Missmut, Sehnsucht und Aberwitz – und macht aus der Suche nach dem Glück eine mal bissige, mal erstaunlich gutmütige Bestandsaufnahme deutscher Gegenwart.

Audiodeskription, Untertitelung und Hörverstärkung über die App GRETA


Regie: Sven Unterwaldt / Drehbuch: Claudius Pläging / Kamera: Stephan Schuh / Schnitt: Zaz Montana / Musik: Jens Quandt / Darsteller:innen: Hape Kerkeling, Tahnee Schaffarczyk, Meltem Kaptan u.a. / Produzent:innen: Harro von Have / Produktion: Leonine Studios, Honeybird Film / Verleih: Leonine Studios

Dienstag, 02.06., Heinz-Hilpert-Theater, 19.30 Uhr

Spielfilm, DEU 2015, 92 Min.

© Warner Home

Nach einem Zusammenbruch zieht sich Entertainer Hape Kerkeling (Devid Striesow) aus seinem durchgetakteten Leben zurück und bricht auf den Jakobsweg auf. Aus der spontanen Flucht wird eine körperliche und mentale Grenzerfahrung: Zwischen überfüllten Herbergen, schmerzenden Etappen und Begegnungen mit Stella (Martina Gedeck) und Lena (Karoline Schuch) entfaltet sich eine Reise nach innen. Rückblenden zu Kindheit, Verlust und ersten Auftritten verdichten sich zur Suche nach Sinn und Selbst. Julia von Heinz inszeniert diese Bestseller-Adaption als Mischung aus Roadmovie, Selbstfindungsgeschichte und humorvoll gebrochener Spiritualität, getragen von Devid Striesows präzisem Spiel. Gezeigt wird der Film im Rahmen der Verleihung des Ehrenpreises “Nike” des Kinofest Lünen an Hape Kerkeling.

Audiodeskription, Untertitelung und Hörverstärkung über die App GRETA


Regie: Julia von Heinz / Drehbuch: Jane Ainscough, Sandra Nettelbeck, Christoph Silber / Kamera: Felix Poplawsky / Schnitt: Georg Söring / Musik: Alexander Geringas, Joachim Schlüter, Matthias Petsche / Darsteller:innen: Devid Striesow, Martina Gedeck, Karoline Schuch u.a. / Produzent:innen: Hermann Florin, Nico Hofmann u.a. / Produktion: UFA Fiction / Verleih: Warner Bros. Pictures Germany

Mittwoch, 03.06., Heinz-Hilpert-Theater, 20.30 Uhr

Spielfilm, DEU 2018, 100 Min.

© Warner Home

Anfang der 1970er Jahre im Ruhrgebiet: Der junge Hans-Peter wächst in einer warmherzigen, aber auch von Brüchen geprägten Großfamilie auf. Mit feinem Gespür für Beobachtung und frühem komödiantischem Talent bringt er seine Umgebung zum Lachen – selbst dort, wo Schmerz und Überforderung den Alltag bestimmen. Nach der Autobiografie von Hape Kerkeling erzählt Caroline Link diese Kindheitsgeschichte als präzise austariertes Wechselspiel aus Tragik und Leichtigkeit. Gezeigt wird der Film im Rahmen der Verleihung des Ehrenpreises Nike des Kinofest Lünen an Hape Kerkeling – ein ebenso berührendes wie lebensbejahendes Porträt über Verlust, Familie und die Kraft des Erzählens.

Deutscher Filmpreis: Bester Spielfilm in Bronze


Regie: Caroline Link / Drehbuch: Ruth Toma, nach der Vorlage von Hape Kerkeling / Kamera: Judith Kaufmann / Schnitt: Simon Gstöttmayr / Musik: Niki Reiser / Darsteller:innen: Julius Weckauf, Luise Heyer, Sönke Möhring, Joachim Król u.a. / Produzenten: Hermann Florin, Nico Hofmann, Sebastian Werninger / Produktion: UFA Fiction / Verleih: Warner Bros. Pictures Germany

Wettbewerb Lüdia

Donnerstag, 04.06., Cineworld, Kino 2, 16.00 Uhr

Dokumentarfilm, DEU 2026, 81 Min.

© Mindjazz Pictures

Seit fünf Jahren sitzt der Vater in der Forensik, und mit dem näher rückenden Tag seiner Freilassung verschiebt sich auch die Perspektive der Tochter: Sie muss sich vorbereiten – auf eine Begegnung, auf Erwartungen, auf die Möglichkeit einer „normalen“ Beziehung, die es so vielleicht nie gegeben hat. Zwischen Nähe und Überforderung, Fürsorge und Selbstbehauptung entsteht ein präzises Bild einer Verbindung, die sich einfachen Kategorien verweigert. Die Inszenierung bleibt ruhig, fast tastend, und lässt den Figuren Raum, ohne sie je preiszugeben. Jelena Ilić gelingt es, das zutiefst Persönliche in eine allgemeine Erfahrung zu überführen, ohne es zu glätten. So entfaltet sich ein Kino der leisen Verschiebungen, das weniger erklärt als sichtbar macht und gerade dadurch lange nachwirkt.

Weltpremiere: Filmfestival Max Ophüls Preis, Publikumspreis


Regie: Jelena Ilić / Drehbuch: Jelena Ilić / Kamera: Martin Paret, Jelena Ilić / Schnitt: Sandra Brandl / Musik: Antonio de Luca, Caroline Kox / Darsteller:innen: Jelena Ilić, Detlef Kissel / Produzent:innen: Melanie Andernach, Knut Losen / Produktion: Made in Germany Filmproduktion / Verleih: Mindjazz Pictures

Samstag, 06.06., Cineworld, Kino 2, 14.00 Uhr

Spielfilm, DEU 2026, 122 Min.

© Florian Mag, DCM

Die Rückkehr wird hier nicht zur Heimkehr, sondern zur Prüfung: Auf einer abgelegenen Insel trifft ein Mann auf eine Gemeinschaft, die ihn nicht anerkennt und sich damit selbst destabilisiert. Kai Stänicke inszeniert Identität als Versuchsanordnung, mit reduzierten Bildern, die auf echtem Nordseesand ebenso karg wie symbolisch wirken. Wie bei Lars von Triers „Dogville“ entsteht ein Raum zwischen Behauptung und Konstruktion, in dem Erinnerung zur Kampfzone wird. Die bewusst artifizielle Sprache irritiert und schärft zugleich den Blick auf die Frage: Wessen Wahrheit gilt? Als Umkehrung von Max Frischs „Stiller“ behauptet der Film trotzig ein „Ich bin“ – und überrascht am Ende mit einer unerwartet zarten Liebesgeschichte, die stark gespielt, klug gebaut und von nachhaltiger Intensität ist.

Weltpremiere: Berlinale, Perspectives


Regie: Kai Stänicke / Drehbuch: Kai Stänicke / Kamera: Florian Mag / Schnitt: Susanne Ocklitz / Musik: Damian Scholl / Darsteller:innen: Paul Boche, Philip Froissant, Emilia Schüle u.a. / Produzent:innen: Dirk Decker, Andrea Schütte, Dario Suter / Produktion: Tamtam Film GmbH / Verleih: DCM

Freitag, 05.06., Cineworld, Kino 4, 18.00 Uhr

Spielfilm, DEU 2026, 93 Min.

© Roman Richards, WennDann Film

Aus einer scheinbar kontrollierten Gesprächssituation entwickelt sich ein präzise gebautes Spannungsfeld, in dem jede Geste Bedeutung gewinnt. Im Zentrum steht Heike (59), Objektleiterin einer Reinigungsfirma, die zwischen Unternehmensleitung, Subunternehmern und ihrem Team vermittelt und dabei selbst zur Verhandlungsmasse wird. Ein Regelverstoß zwingt sie in eine Spirale aus Druck und Kompromissen: Um wirtschaftliche Forderungen zu erfüllen, soll sie ausgerechnet einen geschätzten Kollegen entlassen. Der Film arbeitet mit minimalen Verschiebungen, mit Blicken und Pausen, und zeigt, wie schnell Verständigung kippt. Kilian Armando Friedrich verdichtet das zu einer präzisen, leise hoffnungsvollen Studie über Macht, Verantwortung und die fragile Moral im Niedriglohnsektor.

Weltpremiere: Berlinale, Panorama


Regie: Kilian Armando Friedrich / Drehbuch: Kilian Armando Friedrich, Tünde Sautier, Daniel Kunz / Kamera: Louis Dickhaut, Frederik Seeberger / Schnitt: Leila Fatima Keita, Kilian Armando Friedrich / Musik: Dascha Dauenhauer / Darsteller:innen: Sabine Thalau, Nada Kosturin, Werner Posselt u.a. / Produzent:innen: Ben Ulrich, Simon Bogocz, Felix Mann / Produktion: WennDann Film / Verleih: Real Fiction Filmverleih

Donnerstag, 04.06., Cineworld, Kino 4, 17.30 Uhr

Dokumentarfilm, DEU/AUT 2026, 95 Min.

© Elliott Kreyenberg

In einer poetischen Spurensuche lässt das hybride Filmprojekt das Publikum am Entstehen von Kunst teilhaben: Sandra Hüller nähert sich Ingeborg Bachmann an einem imaginierten Tag und verleiht ihren Worten eine eindringliche Präsenz. Aus improvisierten Szenen, Archivmaterial, Interviews und Texten entsteht ein vielschichtiges Porträt – von der Kindheit im Krieg über die Gruppe 47 bis zu den letzten Jahren in Rom. Beziehungen zu Paul Celan, Max Frisch und Hans Werner Henze markieren Bruchlinien eines Lebens zwischen Ruhm und Krise. Zum 100. Geburtstag der berühmten Schriftstellerin gelingt Regina Schilling eine so sinnliche wie präzise Annäherung, die die Biografie zugunsten eines offenen Denkraums hinter sich lässt und zu einem Film über Sprache, Identität und die Unmöglichkeit, sich festzuschreiben, wird.

Eröffnungsfilm DOK.fest München
In Kooperation mit:


Regie: Regina Schilling / Drehbuch: Regina Schilling / Kamera: Johann Feindt / Schnitt: Carina Mergens / Musik: Anja Plaschg / Soap&Skin / Darsteller:innen: Sandra Hüller, Ingeborg Bachmann, Max Frisch, Paul Celan, Hans Werner Henze / Produzent:in: Thomas Kufus / Produktion: zero one film / Verleih: Weltkino Filmverleih

Samstag, 06.06., Cineworld, Kino 4, 14.30 Uhr

Dokumentarfilm, DEU 2026, 92 Min.

© Filmproduktion Loekenfranke

Ein Film über das Beobachten von Vogelarten und den dramatischen Rückgang ihrer Zahl und Diversität. Menschen, die Vögel beobachten, geraten selbst ins Blickfeld; aus dieser doppelten Perspektive entsteht ein politisch brisantes und präzises Porträt zwischen Wissenschaft, Leidenschaft und Projektion und eine Metapher über den Zustand unseres Planeten. Die Kamera bleibt geduldig, fast unsichtbar und lässt Situationen entstehen, die mehr über die Beobachtenden verraten als über die Tiere selbst. Zwischen Natur und Konstruktion wird die Wahrnehmung zur zentralen Frage. Ulrike Franke und Michael Loeken zeichnen so ein ebenso humorvolles wie nachdenkliches Bild, das sich gegen die Hektik unserer Gegenwart positioniert. Auch der weltberühmte Autor Jonathan Franzen ist Teil dieser stillen, intensiven Welt, in der genaues Hinsehen zur Haltung wird.

Weltpremiere: CPH:DOX; Dok.fest München
NRW-Premiere.
Im Anschluss: Vogelführung von Protagonist und Naturführer Thomas Griesohn-Pflieger


Regie: Ulrike Franke, Michael Loeken / Drehbuch: Ulrike Franke, Michael Loeken / Kamera: Jörg Adams, Hajo Schomerus, Philip Hallay / Schnitt: Sophie Oldenbourg, Guido Krajewski / Musik: Maciej Śledziecki / Darsteller:innen: Jonathan Franzen, Thomas Griesohn-Pflieger, Patrick Kretz, Janna Ouedraogo u.a. / Produzent:innen: Michael Loeken, Ulrike Franke / Produktion: filmproduktion loekenfranke / Verleih: Real Fiction Filmverleih

Freitag, 05.06., Cineworld, Kino 2, 19.30 Uhr

Spielfilm, DEU 2026, 116 Min.

© Adrian Campean, Trimafilm

Lea wächst in der thüringischen Provinz auf, zwischen familiären Brüchen und der vagen Ahnung, dass es noch etwas anderes geben muss, als die frisch getrennten Eltern und die wirtschaftlichen Sorgen um den Erhalt der Familienpension. Als sie sich bei einer Gesangs-Castingshow vorstellen soll, fehlen ihr die Worte. Aber genau dadurch setzt ihre tastende Suche nach einem eigenen Ich ein. Eva Trobisch erzählt diese Suche mit großer Ruhe und formaler Klarheit. Ihr Film ist ein außergewöhnlicher Beitrag mit einem exzellent aufspielenden Ensemble und tatsächlich etwas ganz Besonderes im Kino. In diesem dichten Geflecht aus Beziehungen und Erwartungen entsteht ein sensibles Porträt, in dem Identität weniger gefunden als erprobt wird – und gerade dadurch eine nachhaltige Wirkung entfaltet.

Weltpremiere: Berlinale, Wettbewerb


Regie: Eva Trobisch / Drehbuch: Eva Trobisch / Kamera: Adrian Campean / Schnitt: Laura Lauzemis / Musik: Teho Teardo / Darsteller:innen: Frida Hornemann, Max Riemelt, Eva Löbau, Gina Henkel, Florian Lukas u.a. / Produzent:innen: Trini Götze, David Armati Lechner / Produktion: Trimafilm / Verleih: Pandora Film

Donnerstag, 04.06., Cineworld, Kino 2, 21.00 Uhr

Spielfilm, DEU 2026, 78 Min.

© Konrad Waldmann

Eine Nacht, die alles verschiebt. Ben Voits Debüt entfaltet in der Berliner Gropiusstadt ein dichtes, visuell eigenwilliges Drama über Freundschaft, Herkunft und die Fragilität von Zukunftsentwürfen. Während sich am Silvesterabend die Ereignisse zuspitzen – zwischen Abschiebungsdrohung, kriminellen Verstrickungen und persönlichen Entscheidungen – folgt der Film seinem Protagonisten durch ein Geflecht aus Missverständnissen und Projektionen. Realismus und Überhöhung greifen dabei ineinander: Was als Milieustudie beginnt, kippt zunehmend ins Atmosphärische, beinahe Surreale. Gropiusstadt Supernova findet so einen eigenen Ton – intensiv, beweglich, getragen von einem warmen Blick auf seine Figuren.

Filmfestival Max Ophüls Preis 2026: Hauptpreis für den besten Spielfilm


Regie: Ben Voit / Drehbuch: Ben Voit / Kamera: Konrad Waldmann / Schnitt: Benedikt Strick / Musik: No Bloom Now / Darsteller:innen: Mo Issa, Berfin Sönmez, Walid Al-Atiyat, Asad Schwarz u.a. / Produzentin: Andrea Wohlfeil / Produktion und Verleih: Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF

Freitag, 05.06., Cineworld, Kino 4, 15.30 Uhr

Dokumentarfilm, DEU 2026, 79 Min.

© Paul Sonntag

Ein Supermarkt verschwindet, ein Neubau entsteht und mit ihm verschieben sich Routinen und Lebensrealitäten. Über fünf Jahre beobachtet Paul Sonntag mit ruhiger, konzentrierter Kamera in Berlin-Moabit die Transformation eines unscheinbaren Ortes. Zwischen Kassenpiepen, Pausen und Abrissarbeiten entsteht ein dichtes Geflecht aus Wiederholung und Veränderung, in dem sich Arbeit und persönliche Geschichten überlagern. Die präzise Langzeitbeobachtung zeigt, wie Räume Menschen prägen und umgekehrt. Zwischen Kühlregal, Baugerüst und Sichtbeton wirken die Versionen dieses Ortes zugleich vertraut und fremd und erzeugen ein sensibles Porträt urbanen Wandels.

Weltpremiere: Filmfestival Max Ophüls Preis; DOK.fest München


Regie: Paul Sonntag / Drehbuch: Paul Sonntag / Kamera: Paul Sonntag / Schnitt: Katrin Ebersohn / Musik: Fabian Kalker / Produzent:innen: Oscar Meyer-Ricks, Judith Frahm, Paul Sonntag / Produktion: Filmakademie Baden-Württemberg

WETTBEWERB RAKETE

Kinder- und Jugendfilmwettbewerb

Spielfilm, CHF/DEU 2026, 97 Min.

Während der Napoleonischen Kriege um das Jahr 1800 beginnt in den Schweizer Alpen eine außergewöhnliche Geschichte: Der junge Georg strandet nach einer beschwerlichen Reise in einem abgelegenen Kloster am Großen Sankt Bernhard. Inmitten von Kälte, strengen Regeln und neuen Herausforderungen findet er unerwartet Halt: in der Freundschaft zu der gleichaltrigen Resi; vor allem aber in der brüchigen Liebe zu dem schwachen Bernhardinerwelpen Barry, den er liebevoll aufpäppelt. Zwischen Georg und Barry entsteht eine tiefe, berührende Verbindung, die Mut, Vertrauen und Zusammenhalt spürbar macht. Inspiriert von der wahren Geschichte des berühmten Bernhardiners, der als Lawinenhund zahlreiche Leben rettete, erzählt Regisseur Markus Welter warmherzig von Freundschaft, Hoffnung und der Kraft, über sich hinauszuwachsen.

Altersempfehlung: Ab 8 Jahren
Audiodeskription, Untertitelung und Hörverstärkung über die App GRETA


Regie: Markus Welter / Drehbuch: Jan Poldervaart / Kamera: Marco Barberi / Schnitt: Cécile Welter / Musik: Fabian Römer / Darsteller: Paco von Wyss, Alma Büchenbacher, Ulrich Tukur u.a. / Produzent: Marcel Wolfisberg / Produktion: Atlantis Pictures Ltd., MMC Zodiac / Verleih: Wild Bunch Germany

Spielfilm, DEU/AUT/LUX 2026, 95 Min.

Als der zwölfjährige Karli mit seiner Familie in die Alpen zieht, wo sich seine Eltern den Traum vom eigenen Hotel erfüllen, beginnt für Karli ein außergewöhnliches Abenteuer: in einem alten Lastenaufzug entdeckt er die Möglichkeit, durch die Zeit zu reisen und landet im Jahr 1938. Dort freundet er sich mit dem jüdischen Gästemädchen Hannah und dem Schuhputzerjungen Georg an. Karli ahnt, dass Hannah in Gefahr ist, doch er zögert, ihr die Wahrheit zu sagen. Als Georg eines Tages zu Unrecht eines Diebstahls beschuldigt wird, wollen die drei den wahren Täter finden. Dabei stoßen sie auf rätselhafte Vorgänge im Hotel. Regisseur Norbert Lechner erzählt diese facettenreiche Geschichte spannend und mitfühlend und es gelingt ihm, die Schrecken des Nationalsozialismus für Kinder und Jugendliche von heute nachvollziehbar in Szene zu setzen.

Altersempfehlung: Ab 10 Jahren
Nominiert für den Deutschen Filmpreis in der Kategorie “Bester Kinderfilm”.


Regie: Norbert Lechner / Drehbuch: Antonia Rothe-Liermann, Katrin Milhahn / Kamera: Daniela Knapp / Schnitt: Lianne Kotte / Musik: Martin Unterberger / Darsteller: Silas John, Annika Benzin, Maximilian Reinwald u.a. / Produzenten: Norbert Lechner, André Fetzer, Alexander Dumreicher-Ivanceanu, Bady Minck / Produktion: Kevin Lee Film, AMOUR FOU Vienna/Luxembourg / Verleih: farbfilm Verleih

Dokumentarfilm, DEU, 2026, 93 Min.

Nach dem großen Erfolg der ersten beiden Kinofilme begibt sich Checker Tobi in sein bislang persönlichstes Abenteuer: In Checker Tobi 3 – Die heimliche Herrscherin der Erde stößt er auf eine alte Videoaufnahme aus seiner Kindheit und auf seine erste „Checker-Frage“, deren Antwort er aber vergessen hat. Die Suche führt ihn von Madagaskar über Spitzbergen bis nach Mexiko, hinein in faszinierende Natur- und Kulturräume. Schritt für Schritt entdeckt Tobi, was die Spuren in unserem Erdreich weltweit verbindet und was das mit uns Menschen zu tun hat. Regisseurin Antonia Simm erzählt diese so schillernde wie strapaziöse Reise mit Abenteuerlust, Witz und Neugier und zeigt einmal mehr, wie spannend und unterhaltsam Wissen sein kann.

Altersempfehlung: Ab 6 Jahren
Audiodeskription, Untertitelung und Hörverstärkung über die App GRETA


Regie: Antonia Simm / Drehbuch: Antonia Simm / Kamera: Johannes Obermaier / Schnitt: Florian Kohlert / Musik: Samuel Woottoon, Nina Sonnenberg / Darsteller: Tobias Krell, Marina Blanke, Theodor Latta u.a. / Produzenten: Fidelis Mager, Oliver Gernstl / Produktion: megaherz GmbH / Verleih: MFA Film GmbH / Die Filmagentinnen

Dokumentarfilm, DEU/USA 2025, 89 Min.

Der elfjährige Crowley aus Colorado träumt davon, ein echter Cowboy zu werden: stark, frei und unbeugsam. Auf der Ranch seiner Familie wächst er mit klaren Erwartungen auf: Disziplin, harte Arbeit und Zusammenhalt prägen seinen Alltag. Doch eine unerwartete Tragödie bringt sein Weltbild ins Wanken. Über zehn Jahre begleitete Regisseur André Hörmann Crowley mit großer Nähe auf seinem Weg ins Erwachsenenleben. Schritt für Schritt entsteht ein vielschichtiges Porträt, das zeigt, wie sich Vorstellungen von Stärke, aber auch die USA selbst verändern. „The Cowboy“ erzählt berührend und klug von Identität, Familie und dem Mut, neue Wege zu gehen – und zeichnet ein sensibles, eindringliches Bild vom Leben im konservativen Herzen der USA.

Altersempfehlung: Ab 12 Jahren (englische Originalfassung mit deutschen Untertiteln)
In Kooperation mit: DOXS RUHR


Regie: André Hörmann / Drehbuch: André Hörmann / Kamera: Tom Bergmann / Schnitt: Vincent Assmann / Musik: Roger Goula / Darsteller:innen: Crowley McCuistion, Chaney McCuistion, Farrah Lee u.a. / Produzentin: Heike Kunze / Produktion: telekult Film- und Medienproduktion GmbH / Verleih: Salzgeber

Donnerstag, 04.06., Café Seepark, 15.00 Uhr

Spielfilm, DEU 2026, 80 Min.

Die 13-jährige Sarah aus München-Neuperlach entdeckt im Internet den finnischen Trendsport “Hobby Horsing” und ist sofort begeistert. Ihre beste Freundin Dilek findet das zunächst peinlich, lässt sich aber mitreißen. Als die beiden in der Schule dafür verspottet werden, gerät ihre Freundschaft ins Wanken. Neue Stärke findet Sarah in Beatrice, einer ehrgeizigen Turnierreiterin aus einer wohlhabenden Familie, die sie trainiert. Gemeinsam machen sie sich auf den Weg zur Meisterschaft nach Finnland. Regisseurin Sonja Maria Kröner erzählt mit einer gelungenen Mischung aus Witz, Ernst und Nähe von Freundschaft, Selbstvertrauen und dem Mut, den eigenen Weg zu gehen. Und davon, dass Peinlichkeit immer auch eine Chance sein kann, cool zu sein.

Altersempfehlung: Ab 10 Jahren
Entstanden im Rahmen der Initiative “Der besondere Kinderfilm”.
Audiodeskription, Untertitelung und Hörverstärkung über die App GRETA


Regie: Sonja Maria Kröner / Drehbuch: Gerlind Becker / Kamera: Julia Daschner
Schnitt: Ulrike Tortora / Musik: Inéz, Demian Kappenstein / Darsteller:innen: Manon Debaille, Chiara Kitsopoulou, Aurelia Ott, Lana Cooper u.a. / Produzenten: Philipp Budweg, Annalena Frieling / Produktion: Lieblingsfilm / Verleih: Port au Prince Pictures

KURZFILM­WETTBEWERB

Mit Verleihung des Kurzfilmpreises

10 Kurzfilme konkurrieren um den Preis für den besten Kurzfilm.
In Anwesenheit der Filmteams
Freitag, 05.06., Cineworld, Kino 4, 20.30 Uhr

12 Min. Ein kleines Dorf soll dem Braunkohleabbau weichen. Während sich die Bewohner in der Dorfkneipe gegen den Vertreter des Konzerns verschanzen und jede Hoffnung zu schwinden droht, taucht plötzlich ein geheimnisvoller Cowboy auf – und mit ihm die Möglichkeit eines letzten Widerstands.
Regie: Moritz Maniera Siebert / Drehbuch: Milan Buse / Kamera: Samuel Dommermuth / Schnitt/Musik: Ruben Görtz, Bijan Shamel / Darsteller:innen: Jesse Albert, Ruzica Hajdari, Miguel Abrantes Ostrowski u.a. / Produzent:innen: Leon Thieme, Luca Novelli / Produktion: ifs – Internationale Filmschule Köln

6 Min.

Adam ist keine gewöhnliche Weinbergschnecke: Er hat beschlossen, als Mensch zu leben. In seinem eleganten Restaurant wartet er sehnsüchtig auf Gäste, bis schließlich Margot Platz nimmt und er mit ihr seine ebenso absurde wie innige Bewunderung für die „Gewinnerspezies“ Mensch teilt.


Regie: Alexandra Konst, Adrian Sagolla / Drehbuch: Diana Westphal / Kamera: Philip Mallmann, Adrian Sagolla / Darsteller:innen: Dijana Antunovic, Carl Häuser / Produktion: Filmakademie Baden-Württemberg

15 Min.

Berivan kennt die dornigen Berge Anatoliens und läuft dort meist in Flip-Flops. Doch sie träumt von richtigen Schuhen. Um sich diesen Wunsch zu erfüllen, verkauft sie an einer Autobahnraststätte selbstgemachten Kaugummi – beharrlich und mit stillem Stolz.


Regie/Drehbuch/Schnitt: İrfan Akçadağ / Kamera: Jacek Kubaczynski / Ton: Jochen Wolkersdorfer / Produktion: İrfan Akçadağ, Linda Rosenkranz, Fynal AG

6 Min. Ein ehemaliges One-Hit-Wonder klammert sich verzweifelt an den Ruhm vergangener Zeiten. Als er während einer Autofahrt geblitzt wird, beginnt seine Wirklichkeit zunehmend zu entgleiten und die Grenzen zwischen Erinnerung, Wunsch und Realität verschwimmen.
Regie: Marius Lübke / Drehbuch: Bettina Warth / Kamera: Johan Schwarzkopf / Schnitt: Ole Meyer / Musik: Constantin Rinke / Animation: Levi Köhler, Marius Lübke, Benita Koch / Producer: Tobias Meßenzehl / Produktion: Filmakademie Baden-Württemberg

8 Min.

Als sich die gemeinsame Wohnung plötzlich in ein Meer aus Papierdrachen verwandelt, versucht ein Teenager, für seinen kleinen Bruder da zu sein, ohne dabei selbst den Halt zu verlieren.


Regie: Anna Niebert / Drehbuch: Darlien Schürmann / Kamera: Laura Köhler / Schnitt: Imanuel Thiele / Darsteller:innen: Cecinho Gilberto Feiertag, Vera Gallmann, Nico Marischka u.a. / Producer:innen: Lena Sophie Daun, José Julián Santisteban Pérez / Produktion: Filmakademie Baden-Württemberg

5 Min.


Die spanische Schauspielerin Laura Rodriguez versucht in Deutschland Karriere zu machen. Aus Angst, wegen ihres Akzents benachteiligt zu werden, greift sie zu einer Pille, die ihre Stimme verändert – doch der Preis dieser Anpassung ist hoch.


Regie/Drehbuch/Schnitt: Sofía Ayala / Kamera: Karl Neubart, Hannes Schulze / Ton: Cemil Sorgun / Darsteller:innen: Laia Alvarez, Martin Bretschneider, Urs Fabian Winiger / Produzentin: Sofía Ayala / Produktion: DFFB Deutsche Film- und Fernsehakademie Berlin

15 Min. Martin fährt ziellos durch Reihenhaussiedlungen und vorbei an Steingärten, auf der Suche nach Vertrautem und einer Verbindung zur scheinbar hermetisch abgeschlossenen Außenwelt. Ausgerechnet auf dem Parkplatz eines Discounters scheint sich plötzlich ein unerwarteter Zugang aufzutun.
Regie/Drehbuch/Schnitt: Joshua Nicolas Martin / Kamera/Schnitt: Tim Semrau / Musik: Till Bellinghausen / Darsteller:innen: Martin Armknecht, Neven Nöthig, Mathias Flohrer u.a. / Produzent:innen: Carina Witte, Mia ter Horst / Produktion: Fachhochschule Dortmund

3 Min.

Wie könnte nachhaltige Raumfahrt aussehen? Rainer Knepperges entwirft mit poetischen Bildern und lakonischem Humor eine ebenso überraschende wie eigensinnige Vision.


Regie/Buch/Kamera/Schnitt/Produktion: Rainer Knepperges

9 Min. Zwei 12-jährige Jungs beobachten heimlich übers Fenster den Sex ihres körperlich behinderten Nachbarn mit einer Frau. Am nächsten Tag klingelt es bei ihnen an der Tür.
Regie/Drehbuch: Julia Ketelhut / Kamera: Julien Mayer / Schnitt: Astrid Hohle Hansen / Ton: Andre Goeters / Darsteller:innen: Felician Blöbaum, Gilbert Stelling, Lisa-Maria Walter u.a. / Produzent:innen: Julia Ketelhut, Julien Mayer / Produktion: DFFB Deutsche Film- und Fernsehakademie Berlin

5 Min.

Zwischen Konzert, Haltung und Gegenwartsdiagnose entsteht eine rohe, politisch aufgeladene Momentaufnahme aus dem Soulpunk-Kosmos.


Regie, Schnitt: Jukka Schmidt / Drehbuch: Knarf Rellöm / Kamera: P-bone / Produktion: Jukka Schmidt, P-bone

KINOFEST SPEZIAL

Die Highlights aktueller deutscher Kinoproduktionen

Mittwoch, 03.06., Lükaz, 18.00 Uhr

Spielfilm, DEU 2025, 113 Min.

© Felix Abraham / Pandora Film

Ein junger Mann mit Down-Syndrom verlässt bei einem Ausflug in Köln seine Gruppe und schließt sich einer japanischen Reisegesellschaft an. An der Seite des wortkargen Kitamura entsteht eine stille Verbindung, die keiner Sprache bedarf, während seine Betreuerin ihm quer durch Deutschland nachreist. Aus Zufall wird Bewegung, aus Bewegung eine poetische Suche nach Nähe, Verlust und Orientierung. Thomas Stuber erzählt von Figuren, die sich jenseits kultureller und sprachlicher Grenzen begegnen: liebenswert, eigensinnig-lakonisch, märchenhaft und von großer menschlicher Wärme. Das Ergebnis ist ein sinnliches Roadmovie zwischen Komik und Melancholie, das sich Zeit nimmt und gerade dadurch eine nachhaltige emotionale Kraft entfaltet.

(Barrierefreies Kino mit Audiodeskription, Untertitelung und Hörverstärkung über die App GRETA)
Tallinn Black Nights Film Festival: Preis für die besten Darsteller für Aladdin Detlefsen und Kanji Tsuda
In Kooperation mit:


Regie: Thomas Stuber / Drehbuch: Gotthard Kuppel, Thomas Stuber, Hyoe Yamamoto / Kamera: Filip Zumbrunn / Schnitt: Kaya Inan / Darsteller:innen: Aladdin Detlefsen, Kanji Tsuda, Bettina Stucky, Meltem Kaptan u.a. / Produzent:innen: Christoph Friedel, Claudia Steffen / Produktion: Pandora Film Produktion / Verleih: Pandora Film Verleih

Donnerstag, 04.06., Café Seepark, 21.30 Uhr

Spielfilm, DEU 1999, 110 Min.

Cinetext Bildarchiv

Ein schiefgelaufener Coup, falsche Freunde und jede Menge Pech: “Bang Boom Bang” entfaltet daraus eine der prägendsten Ruhrpott-Komödien des deutschen Kinos. Mit trockenem Humor, präzisem Sprachrhythmus und liebevoll gezeichneten Figuren entsteht ein unverwechselbares Lokalkolorit, getragen von dem wunderbaren Zusammenspiel der Charaktere. Peter Thorwarth inszeniert mit großer Detailfreude einen derben, hochkomischen Kosmos zwischen Kleinkriminalität und Alltagswahnsinn – ein Film, mit dessen Figuren man Zeit verbringen will und der längst Kultstatus erreicht hat. Dabei lebt er von pointierten Dialogen, schrägen Nebenfiguren und einem Timing, das selbst im Chaos erstaunliche Präzision entwickelt.


Regie: Peter Thorwarth / Drehbuch: Stefan Holtz, Peter Thorwarth / Kamera: Eckhard Jansen / Schnitt: Anja Pohl / Musik: Rainer Kühn / Darsteller:innen: Oliver Korittke, Markus Knüfken, Ralf Richter, Sabine Kaack, Martin Semmelrogge, Til Schweiger, Alexandra Neldel u.a. / Produzenten: Christian Becker, Thomas Häberle / Produktion: Becker & Häberle, Senator Film / Verleih: Central Film

Freitag, 05.06., Café Seepark, 21.30 Uhr

Spielfilm, DEU 2026, 90 Min.

Faber und Kossik hören ein Geräusch, während sie sich auf dem verlassenen Freibadgelände umschauen.
© WDR

Zwei Morde im gleichen Modus Operandi – an einer Kinderärztin und einer Medizinstudentin – scheinen zunächst verbunden. Ein Laborassistent gesteht den ersten Fall, für Faber ist er abgeschlossen. Doch ein zweiter Tatort mit identischen Merkmalen stellt alles infrage. Aus einem Affektmord wird ein rätselhafter Doppelfall, die Angst vor einem Serientäter wächst. Mit dem vom LKA entsandten Kommissar Kossik prallen zwei Ermittlungsansätze aufeinander: Während Faber am Geständnis festhält, rollt Kossik den Fall neu auf und sucht Verbindungen in der Dortmunder Biotech-Szene. Zwischen Start-up-Welt und Comic-Subkultur geraten in einem souverän inszenierten Interims-Tatort Gewissheiten ins Wanken – bevor mit Sophia Mercedes Burtscher eine neue Kommissarin den Dienst aufnehmen wird.

Vorpremiere, in Anwesenheit von Jörg Hartmann, Alessija Lause, Stefan Konarske und Filmteam.


Regie: Richard Huber / Drehbuch: Magdalena Grazewicz, Daniel Bickermann / Kamera: Hendrik A. Kley / Schnitt: Knut Hake / Musik: Sven Rossenbach, Florian van Volxem / Darsteller:innen: Jörg Hartmann, Alessija Lause, Stefan Konarske, Mads Hjulmand, Özgür Karadeniz, Hadi Khanjanpour, Sybille Schedwill u.a.
Produzent:innen: Michael Souvignier, Till Derenbach, Katrin Kuhn / Produktion: Zeitsprung Pictures im Auftrag des WDR / Redaktion: Frank Tönsmann

Die Highlights aktueller österreichischer Kinoproduktionen

Donnerstag, 04.06., Cineworld, Kino 4, 20.00 Uhr

Spielfilm, AUT 2026, 120 Min.

© Nikolett Kustodos/Alamode/Polyfilm

Ein Titel wie eine Gleichung – und ein Film, der daraus seine emotionale Logik entwickelt. Im Zentrum steht Barbara, eindringlich und umwerfend gespielt von Valerie Pachner, eine Krankenhausclownin, deren Leben nach einem Unfall zerbricht. Was folgt, ist kein klassisches Trauerdrama, sondern eine radikale Bewegung zu-rück ins Leben. Zwischen Verlust, Körperlichkeit und dem Versuch, wieder zu fühlen, entfaltet sich ein ungewöhnlicher Umgang mit Trauer, der sich jeder Norm widersetzt. Adrian Goiginger erzählt diese Bestselleradaption mit großer Präzision und vertraut auf leise Verschiebungen statt Pathos und entwickelt dabei wie schon in seinen früheren Filmen ein Amalgam aus stiller Wucht und radikaler Konsequenz.

Diagonale 2026: Diagonale-Schauspielpreis für Valerie Pachner
Berlinale 2026: Auszeichnung mit dem Europa Cinemas Label
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Regie: Adrian Goiginger / Drehbuch: Senad Halilbašić / Kamera: Paul Sprinz / Schnitt: Simon Blasi, Martin Pfeil / Musik: Arash Safaian / Darsteller:innen: Valerie Pachner, Robert Stadlober, Stefanie Reinsperger u.a. / Produzent:in: Gerrit Klein, Peter Wildling, Martin Pfeil u.a. / Produktion: Giganten Film Produktions / Verleih: Alamode

Samstag, 06.06., Cineworld, Kino 2, 17.00 Uhr

Spielfilm, AUT/DEU 2026, 93 Min.

© Schubert, ROW Pictures, Walker+Worm Film, Gerald Kerkletz

Eine Figur, die sich entzieht und ein Film, der daraus seine Spannung gewinnt. Markus Schleinzer inszeniert kühl und präzise ein Kino der Beobachtung, in dem jede Geste Bedeutung trägt. Im Dreißigjährigen Krieg taucht in einem protestantischen Dorf ein rätselhafter von Sandra Hüller großartig verkörperter Soldat auf, der ein verlassenes Gut beansprucht – zum Misstrauen der Gemeinschaft. Unter falschem Namen und Geschlecht sucht er Anerkennung und schreckt selbst vor einer arrangierten Ehe nicht zurück. Zwischen sozialer Rolle und innerer Verschiebung entsteht ein Porträt, das sich konsequent eindeutiger Psychologie entzieht und gerade darin seine eigentümliche Intensität und Gegenwärtigkeit entfaltet.

Berlinale 2026: Silberner Bär als beste Hauptdarstellerin für Sandra Hüller
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Regie: Markus Schleinzer / Drehbuch: Markus Schleinzer, Alexander Brom / Kamera: Gerald Kerkletz / Schnitt: Hansjörg Weißbrich / Musik: Tara Nome Doyle / Darsteller:innen: Sandra Hüller, Caro Braun, Marisa Growaldt, Godehard Giese u.a. / Produzent:in: Johannes Schubert u.a. / Produktion: Schubert / Verleih: Piffl Medien

Samstag, 06.06., Café Seepark, 21.30 Uhr

Spielfilm, AUT 2025, 93 Min.

© Alpenrepublik Filmverleih

Drei Frauen, ein vertrautes Ritual – und ein Sommer, der aus der Bahn gerät. Pia Hierzeggers Regiedebüt verbindet Tragik und Komik zu einem präzise beobachteten Porträt weiblicher Lebensmitte. Was als routinierter Campingurlaub beginnt, kippt nach einem grotesken Zwischenfall in eine Reise voller moralischer Verschiebungen und alter Konflikte. Zwischen Steiermark und Venedig geraten Lebensentwürfe ins Wanken: Beziehungen werden hinterfragt, Selbstbilder korrigiert, neue Freiheiten tastend erprobt. Altweibersommer erzählt warmherzig, ohne Sentimentalität und findet seine Stärke in der genauen Balance zwischen leiser Komik und existenzieller Ernsthaftigkeit.

Filmkunstfest Mecklenburg-Vorpommern: Auszeichnung mit dem NDR-Regie-Preis für Pia Hierzegger


Regie: Pia Hierzegger / Drehbuch: Pia Hierzegger / Kamera: Klemens Hufnagl / Schnitt: Olivia Retzer / Musik: Kyrre Kvam / Darsteller:innen: Pia Hierzegger, Ursula Strauss, Diana Amft u.a. / Produzent:innen: Alexander Glehr, Johanna Scherz / Produktion: Film AG, Allegro Film / Verleih: Alpenrepublik

Samstag, 06.06., Cineworld, Kino 2, 20.00 Uhr

Spielfilm, DEU/ITA/AUT 2025, 113 Min.

© Weltkino

Südtirol 1961: Während eine Welle politischer Gewalt das Land erschüttert, gerät der junge Künstler Paul zwischen die Fronten. Sein Bruder Anton radikalisiert sich, wird zum Gesuchten, während Anna, dessen Frau, sich gegen Gewalt und patriarchale Enge stemmt. Michael Kofler erzählt dieses Dreiecksgeflecht als konzentriertes, fast kammerspielartiges Drama, das weniger erklärt als spürbar macht: in Blicken, Gesten und im Schweigen der Figuren. Dialekt, Sprachwechsel und Land-schaft verdichten sich zu einem Zwischenraum, in dem Identität zur offenen Frage wird. Aus der historischen Situation heraus entwickelt der Film eine beklemmende Gegenwärtigkeit und überzeigt als leise, eindringliche Reflexion über Herkunft, Gewalt und die fragile Möglichkeit, sich ihr zu entziehen.

Bayerischer Filmpreis 2025: Newcomer-Regiepreis für Michael Kofler
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Regie: Michael Kofler / Drehbuch: Michael Kofler / Kamera: Felix Wiedemann / Schnitt: Florian Miosge / Musik: Teho Teardo / Darsteller:innen: Thomas Prenn, Aenne Schwarz, Laurence Rupp u.a. / Produzent:innen: Wasiliki Bleser, Martin Rattini, Barbara Pichler u.a. / Produktion: Starhaus Filmproduktion, Helios Sustainable Films u.a. / Verleih: Weltkino

KINOFEST REGIONAL

Samstag, 06.06., Cineworld, Kino 4, 12.00 Uhr

Dokumentarfilm, DEU/ITA 2025, 72 Min.

© Vincent Graf, Kunsthochschule für Medien Köln

Ein Haus als Versprechen – und als Last. Vincent Graf porträtiert seine Großmutter Rosa, die nach Jahrzehnten als Gastarbeiterin in Deutschland in ihre süditalienische Heimat zurückkehrte und dort ein Bed & Breakfast betreibt, das längst aus der Zeit gefallen scheint. Zwischen Routinen, Streitigkeiten und der ständigen digitalen Verbindung zur entfernten Familie entfaltet sich ein leises, präzises Bild von Einsamkeit und Beharrlichkeit. Grafs Dokumentation beobachtet geduldig und mit trockenem Humor eine Frau zwischen zwei Heimaten, deren Lebensentwurf sich anders entwickelt hat als erhofft – und findet gerade im Unspektakulären eine berührende, unsentimentale Wahrheit.


Regie: Vincent Graf / Drehbuch: Vincent Graf / Kamera: Vincent Graf / Schnitt: Vincent Graf / Musik: Vincent Graf / Darsteller:innen: Rosa (Nonna) u.a. / Produzent:innen: Vincent Graf / Produktion: Kunsthochschule für Medien Köln

Samstag, 06.06., Cineworld, Kino 4, 17.15 Uhr

Spielfilm, DEU 2026, 82 Min.

© Lost Tape

Drei Freunde, ein Wiedersehen, ein Wochenende, das mehr freilegt als geplant: Frederik, Tim und Dennis treffen sich zum 30. Geburtstag in ihrer Heimatstadt und geraten zwischen Nostalgie, Konflikten und offenen Fragen ins Rutschen. Was als Feier beginnt, kippt zunehmend in einen emotionalen Ausnahmezustand, in dem sich Lebensentwürfe und Freundschaften neu justieren müssen. Felix Maxim Eller erzählt diese Fortsetzung seines früheren Lünen-Beitrags als ehrliche, warme Ko-mödie mit Ruhrgebiets-Charme, direktem Humor und feinem Gespür für die Brüche des Erwachsenwerdens.

Präsentation im Rahmen der Filmregion Hellweg.


Regie/Buch/Produktion: Felix Maxim Eller / Produktion: Lost Tape Film- & Tonproduktion / Darsteller:innen: Karsten Jaskiewicz, Stefan Merten, Michael Bruch u.a. / Verleih: Cangerfilms, Camino

Kurz- und mittellange Filme FH Dortmund / Hochschule Mainz

Donnerstag, 04.06., Cineworld, Kino 2, 18.30 Uhr

29 Min.

Ein Wasserballon trifft einen Hund – und ein Gerücht setzt eine Community unter Spannung. Mit offenem, liebevollem Blick erzählte Heimatfilm-Variation über das Zusammenleben in einer Ruhrgebiets-Kleinstadt, prämiert als bester mittellanger Film beim Festival Max Ophüls Preis.


Regie/Buch/Schnitt: Beran Ergün / Kamera/Musik: David Goralsky / Darsteller:innen: Tuğra Özdemir, Abdurrahman Ceylan, Mücahit Altun u.a. / Produzent:innen: Beran Ergün, Sophie Beckmann / Produktion: Hochschule Mainz

45 Min.

Auf einer Reise in den Norden suchen Lina und Katha nach Polarlichtern – und nach ihrer verlorenen Nähe. Zwischen Schneelandschaften und Schweigen ringen beide um Halt, während sich ihr Verhältnis zueinander spürbar verändert.


Regie/Buch/Kamera: Eva Hörmann / Ton/Sounddesign: Bal-Aton Bori / Schnitt: Alissa Larkamp / Darsteller:innen: Janina Fautz, Carolin Wege / Produzent:innen: Eva Hörmann, Bal-Aton Bori / Produktion: Fachhochschule Dortmund

10 Min.

In Barcelona strandet Louis bei zwei Fremden – zwischen Intimität, Überforderung und Neugier. Eine feine Studie über männliche Nähe und ihre Unsicherheiten.


Regie/Buch: Jasper Heinrichs / Kamera: Jan Schünke / Schnitt: Rebecca Jahn / Produktion: Fachhochschule Dortmund

Kurzfilme FH Dortmund

Donnerstag, 04.06., Cineworld, Kino 4, 15.00 Uhr

22 Min.

Auf der Flucht vor einer verglühenden Welt suchen drei junge Menschen Schutz – und zweifeln, ob es ein Entkommen gibt. Endzeit als existenzielle Probe.


Regie: Johannes Weber / Buch: Johannes Weber, Adnan Zecevic / Kamera/Produktion: Sebastian Berghaus / Schnitt: Julius Haasch / Darsteller:innen: Mia Kaufhold, Ansgar Sauren, Lasse Claßen

22 Min.

Zwischen Care-Arbeit, Selbstständigkeit und Erschöpfung verliert eine alleinerzie-hende Mutter die Kontrolle – bis eine Entscheidung alles verändert.


Regie: Rebecca Jahn / Buch: Rebecca Jahn, Yann Berrai / Kamera: Sönke Laengner / Schnitt: Lukas Goldbach / Musik: Lukas Goldbach, Kirre-Kira Bosenius, Maximilian Bielefeld / Darsteller:innen: Sarah V. Zielke, Jaspar Aßmann / Produktion: Sandra Knaebe, Marlin Simen

14 Min.

Eine neue Wohnung, ein Disco-Duschkopf – und ein wachsender Albtraum. Atmo-sphärischer Horror aus dem scheinbar Alltäglichen.


Regie/Schnitt: Julian Lippke / Buch: Julian Lippke, Marti Sattler, Till Andernach / Kamera: Veronika Wilmers / Darsteller:innen: Laoise Lenders, Silke Jensen, Felix Holm

30 Min.

Als Theo auf Silvan trifft, werden aus verborgenen Makeln sichtbare Hörner. Eine subtile Metamorphose über Begehren, Scham und Selbstermächtigung.


Regie/Buch: Tim Klinger / Kamera: Mandy Heller / Musik: Zurreal, Vinzenz Schwarz / Darsteller:innen: Maximilian Mundt, Jonathan Joèl Albrecht, Lotte Becker

Dokumentarfilme FH Dortmund

Freitag, 05.06., Cineworld, Kino 2, 17.00 Uhr

30 Min.

16 Jugendliche im Rettungsschwimmdienst auf Fehmarn: zwischen Verantwortung, Gruppendruck und Selbstfindung. Beobachtend verdichtet sich ihr Alltag am Meer.


Regie/Produktion/Schnitt: Laura Baalmann / Kamera: Thomas Nixon / Musik: Achim Reichel / Produktion: Carina Witte

20 Min.

Fünf Stimmen, eine Figur: Nach einer weiblichen Genitalbeschneidung erzählt Halima von Heilung, Flucht und Alltagsrassismus in Deutschland. Ein kollektives Porträt von Stärke und Verletzung.


Regie: Linda Verweyen / Buch: Hawo Abdulle, Jawahir M. Siad, Fartun Abdulkhdir, Fahma Farah u.a. / Kamera: Sophie Krabbe / Schnitt: Jana Stallein / Musik: Fartuuna, Finna / Darsteller:innen: Fartun Abdulkhdir, Mowlit Hussein, Dr. Dan mon O’Dey, Ferhat Keskin

15 Min.

Zwischen Touristenflut und Verfall: Ein Ferienort ringt um Zukunft, die Bewoh-ner:innen um Sinn. Porträt eines ambivalenten Ortes und erschöpften Idylls.


Regie/Kamera/Schnitt: Klara Schmickler / Sounddesign: Johannes Grote

27 Min. Die queere Performancekunst-Person ANDRO DADIANI kämpft in Tiflis gegen staatliche und religiöse Repression. Kunst als Risiko – und als Akt der Sichtbarkeit.
Regie/Schnitt/Produktion: Dominik Gasser / Kamera: Jakob Klingel
Kurzfilme Bergische Universität Wuppertal

Freitag, 05.06., Cineworld, Kino 2, 14.30 Uhr

19 Min.

Eine junge Frau kämpft für ihren Traum, Barbierin zu werden – gegen die Zweifel ihres Vaters. Ein präzises Porträt von Selbstbehauptung und familiären Erwartungen.


Regie/Buch/Schnitt: Emnet Habteab / Kamera/Schnitt: Max Gläsmann

6 Min.

Ein Fotograf sucht das Besondere – und findet es im Alltäglichen. Eine experimentelle Annäherung an Wahrnehmung und Blick.


Regie/Buch/Kamera/Schnitt: Fynn Wittmann

24 Min. Ein Paar im Ferienhaus: scheinbar alles stimmig, bis kleine Risse die gemeinsame Zukunft infrage stellen. Ein konzentrierter Film über Nähe und Zweifel.
Regie/Buch/Schnitt: Ilja Kislitsyn / Kamera/Schnitt: Sebastian Just

36 Min.

Im abgeschiedenen Nordosten Namibias ringen die Ju/’Hoansi um den Erhalt ihrer Kultur zwischen Tradition und Wandel. Ein präziser Blick auf die Fragilität kultureller Identität.


Regie/Buch/Schnitt: Franka Luisa Fischer / Kamera/Schnitt: Henning Kopp

Preisverleihung mit Abschlussparty

Samstag, 06.06., Heinz-Hilpert-Theater,
Empfang 19.00 Uhr, Beginn 20.00 Uhr

Sonntag, 07.06., Cineworld Lünen, Kino 4, 12.00 Uhr

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