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Das war das Kinofest Lünen 2026!

v.l.n.r.: Moderator Peter G. Dirmeier, Max Elsässer (Geschäftsführer Autowelt Schmidt), Barbara Höpping (Filmclub Lünen), Kinofest-Ehrenrätin Dr. Anke Höwing, Schauspielerin Sabine Thalau, Regisseur Markus Schleinzer, Festivalleiterin Sonja Hofmann, Regisseurin Regina Schilling, Mitglieder der RAKETE-Jury, Mitveranstalter Thorsten Redeker, Bürgermeisterin Martina Förster-Teutenberg, Jurybetreuerin Sabrina Delies, Kurzfilmpreisträger Moritz Maniera Siebert (ifs Köln), Moderator Piet Fuchs, Filmteam „Wild, Wild Westphalia“, Moderatorin Antje Knapp. Foto: Joshua Hoven

Der mit 15.000 Euro dotierte Publikumspreis des 35. Kinofest Lünen, die LÜDIA, geht in diesem Jahr an Regina Schilling für „Ingeborg Bachmann – Jemand, der einmal ich war“. Auf den zweiten Platz im Publikumsvotum schafften es Ulrike Franke und Michael Loeken mit ihrem Dokumentarfilm „Watching People Watching Birds“. Das Duo aus dem Ruhrgebiet hatte 2021 die LÜDIA für den besten Film gewonnen. Den dritten Platz belegte die Dokumentation „Eine Krankheit wie ein Gedicht“ von Filmemacherin Jelena Ilić. Im Rahmen des Kinofests wurden Preise im Wert von insgesamt 41.000 Euro ausgelobt.

Festivalleiterin Sonja Hofmann und LÜDIA-Gewinnerin Regina Schilling. Foto: Joshua Hoven

„Auch die 35. Ausgabe hat es wieder gezeigt: Das Kinofest Lünen ist ein echtes Aushängeschild für unsere Stadt und die gesamte Region. Ich bin dankbar für die vielen schönen Momente, die wir in den vergangenen Tagen erleben durften – ob im Heinz-Hilpert-Theater, unter freiem Himmel im Seepark, im Lükaz und natürlich in der Cineworld. Mein besonderer Dank gilt allen Sponsorinnen und Sponsoren, Unterstützerinnen und Unterstützern sowie den vielen engagierten Helferinnen und Helfern, die dieses Festival einmal mehr mit großem Einsatz möglich machen. Ohne dieses starke Netzwerk wäre ein Festival dieser Qualität und Strahlkraft nicht denkbar.“, sagt Martina Förster-Teutenberg, Bürgermeisterin der Stadt Lünen.

v.l.n.r.: Festivalleiterin Sonja Hofmann, Schauspielpreis-Gewinnerin Sabine Thalau, Jury-Mitglied Markus Schleinzer und Mitveranstalter Thorsten Redeker. Foto: Joshua Hoven

Mit der RAKETE, dem mit 5.000 Euro dotierten Kinder- und Jugendfilmpreis, hat die Jury aus sechs Schüler:innen des Gymnasiums Altlünen den Film „Das geheime Stockwerk“ von Norbert Lechner ausgezeichnet. Die Schauspielpreis-Jury, in diesem Jahr bestehend aus Regisseur Markus Schleinzer, Drehbuchautor Senad Halilbašić und Regisseurin Sonja Maria Kröner, zeichnet Sabine Thalau für ihre Performance in „Ich verstehe Ihren Unmut“ aus. Den Preis für den besten Kurzfilm erhielt Moritz Maniera Siebert von der ifs Köln für „Wild, Wild Westphalia“.

„Das war eine starke Festivalwoche mit großartigen Filmschaffenden. Die zahlreichen Filmgespräche und Branchenveranstaltungen unterstreichen einmal mehr die Bedeutung des Kinofests zur Stärkung der Vielfalt und Sichtbarkeit der Filmkultur in der Region. Prominenten Gästen wie auch dem Filmnachwuchs wurde eine große Plattform geboten. Wir danken allen Filmschaffenden sowie unserem tollen Publikum sehr herzlich für diese wunderbaren Begegnungen.“, resümiert Festivalleiterin Sonja Hofmann.

Festivalleiterin Sonja Hofmann mit vier der sechs RAKETE-Jurymitglieder und Jurybetreuung Sabrina Delies. Foto: Joshua Hoven

Neben Filmemacher:innen und Produzent:innen wie Peter Thorwarth, Regina Schilling, Markus Schleinzer, Hermann Florin, Gero von Boehm, Richard Huber, Sonja Maria Kröner, Kilian Armando Friedrich, Kai Stänicke, André Hörmann waren viele Filmstudierende sowie Vertreter:innen der beteiligten Hochschulen vor Ort. Außerdem kamen zahlreiche Schauspieler:innen diese Woche nach Lünen, darunter Jörg Hartmann, Alessija Lause, Sybille Schedwill, Lilli Fichtner, Sabine Thalau, Jasin Challah, Aladdin Detlefsen  und natürlich Hape Kerkeling, der mit dem Ehrenpreis für sein Lebenswerk ausgezeichnet wurde. Nach der feierlichen Eröffnung mit der Überreichung der NIKE an Hape Kerkeling am Montagabend, fand das Festival am Samstagabend mit der Verleihung der Publikums- und Jurypreise und der anschließenden Party mit DJ Mola Adebisi einen krönenden Abschluss.

Das Festival wird seit vielen Jahren maßgeblich gefördert durch die Film- und Medienstiftung NRW, die mit verschiedenen geförderten Produktionen (Kurz- und Langfilmen) im Programm vertreten war, unter anderem mit dem LÜDIA-Gewinner „Ingeborg Bachmann – Jemand, der einmal ich war“. 50 Filme liefen im Rahmen des Festivals und zahlreiche angereiste Filmschaffende sorgten für lebhaften Austausch. Auch in diesem Jahr konnte das Festival einen Besucherrekord erzielen.

Mit Hape Kerkeling kam erneut ein Weltstar nach Lünen. Er ist nach Mario Adorf, Senta Berger und Ulrich Tukur der vierte Preisträger der NIKE, dem 2022 ins Leben gerufenen Preis für das Lebenswerk, dessen Preisgeld auch in diesem Jahr von der Remondis Production GmbH gesponsert wurde.

Die LÜDIA (Publikumspreis) ist dotiert mit einem Preisgeld von 15.000 Euro, die NIKE (Lebenswerk) ebenfalls mit einem Preisgeld in Höhe von 15.000 Euro, gestiftet von Remondis, der Kinderfilmpreis RAKETE mit 5.000 Euro (gestiftet von GWA REsource Kreis Unna GmbH) und der Kurzfilmpreis, ebenfalls ein Publikumspreis, mit 3.000 Euro (Autowelt SCHMIDT). Der „Schauspielpreis“ ist dotiert mit 3.000 Euro (Filmclub Lünen).

Moritz Maniera Siebert (Student der ifs, Köln) und Festivalleiterin Sonja Hofmann. Foto: Joshua Hoven

Kinofest Lünen 2026 – Die Jurybegründungen:

Jurybegründung Schauspielpreis

Der Beruf Schauspiel verlangt immer nach Mut: Mut zur Verwandlung in all ihren Konsequenzen, Mut, sich gesellschaftlich relevanten Themen zu stellen. Es gilt, viel an Scham zu überwinden, um sich mit Klarheit in den Dienst einer Geschichte zu stellen, und das eigene Ego hinter ihr zurücktreten zu lassen. Und es braucht Mut überhaupt zu beginnen, den Schritt vor die Kamera zu wagen.

Wir, die Jury, wollen heute eine – für uns – mutige Leistung auszeichnen. Sabine Thalau verkörpert in „Ich verstehe Ihren Unmut“ von Regisseur Kilian Aramando Friedrich die Rolle der Heike, Objektleiterin einer Reinigungsfirma. Sie muss tagtäglich Entscheidungen treffen und abwägen, um ein System aufrechtzuerhalten, das stellvertretend steht für alle jene rein profitorientierten Unternehmen, denen das Wohl ihrer Hauptakteure keinen Cent wert ist. Ihr gewinnorientiertes Denken macht die Welt zu jenem Ort, in dem wir heute leben, und zwingt die Menschen in diesem Spiel dazu, selbst zu Systemerhaltern zu werden. Jeder gegen jeden, um das Wenige zu retten, das einem von der eigenen Haut noch geblieben ist.

„Ich verstehe Ihren Unmut“ vertraut dabei stark auf seine Hauptdarstellerin – und das zu Recht! Es gilt hier also nicht nur den Mut einer Newcomerin zu würdigen, die sich vor die Kamera gewagt hat. Sabine Thalau hat uns in dieser anspruchsvollen und schwierigen Rolle, vor allem durch ihr nuancenreiches Spiel stark beeindruckt. Sie beschenkt uns mit stillen wie lauten Emotionen und schenkt in jedem Moment des Films ihrer Heike eine Würde und Menschlichkeit in einer unwürdigen und entmenschlichten Arbeitswelt. Sympathie und Ablehnung können wir für Heike empfinden. Heike ist überhaupt so komplex, wie ein Mensch eben ist. Das zu vermitteln, ist die hohe Kunst wie Aufgabe im Schauspiel.

Sabine Thalau gelingt dies mit bemerkenswerter Wahrhaftigkeit und großer Sensibilität. Dafür wollen wir sie sehr gerne mit dem Schauspielpreis des Kinofest Lünen auszeichnen.“

Jurybegründung RAKETE

„Uns hat besonders gefallen, dass der Film spannend, abwechslungsreich und von Anfang bis Ende mitreißend erzählt ist. Die Geschichte verbindet ein aufregendes Zeitreise-Abenteuer mit einem wichtigen Teil der Geschichte und schafft es dabei, beides verständlich, kindgerecht und interessant zu erzählen.
Besonders beeindruckt haben uns die Freundschaft zwischen Karli, Hannah und Georg sowie die Frage, wie man handelt, wenn andere Menschen in Gefahr sind. Der Film zeigt, dass Mut, Zusammenhalt und Freundschaft auch in schwierigen Zeiten wichtig sind.
Außerdem fanden wir die Idee mit den Reisen zwischen der Gegenwart und dem Jahr 1938 sehr gelungen. Viele von uns wollten unbedingt wissen, wie es mit den Figuren weitergeht. Das Ende hat uns deshalb besonders berührt.
„Das geheime Stockwerk“ verbindet Spannung, starke Figuren und ein wichtiges Thema auf eine Weise, die uns als Jury überzeugt hat. Deshalb verleihen wir dem Film den RAKETE-Preis 2026.“

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